Zur Hauptnavigation springen Zur Suche springen Zum Inhalt springen
RSSPrint

Lesestoff: Weihnachtsgruß von Bischof Dr. Christian Stäblein und der EKBO an die Gemeinden

18.12.2020

Bleiben und Hoffen – das sind die beiden Dinge, die mich dieses Jahr im Advent und zu Weihnachten besonders bewegen. Weihnachten ist Gottes starkes Zeichen, dass erbleibt, dass er treu ist. Gott kommt im Kind in der Krippezur Welt, bleibt so mitten in dieser Welt. All seine Versprechen mit dieser Schöpfung und an sein Volk Israel bleiben, dafür steht die Geburt Jesu. Gott ist treu. Gott macht wahr, was er sagt. Vom Bleiben Gottes und dass er eine Bleibe unter uns findet, möchte ich dieses Jahr reden. Dass es ein besonderes Jahr ist, ist ja inzwischen schon eine Plattitüde. Niemand hat sich Anfang des Jahres vorstellen können, wie sehr uns dieses Jahr verändern wird. Und was alles anders geworden ist: der alltägliche Umgang miteinander, die gesellschaftlichen Debatten, die persönliche Planung ebenso wie die gemeinsamen Vorhaben. Ängste, Existenzsorgen, schwere Krankheits- und unerwartete Todeserfahrungen sind dazu gekommen. Manchmal denke ich: Fast alles ist nicht mehr so, wie es mal war. Die neuen Medien sind alltäglich geworden, der digitale Raum fast schon ein zweites Wohn- und Arbeitszimmer, wir gewinnen neue Blicke auf Vertrautes. Weil wir nicht reisen können oder sollen, ist uns unser unmittelbares Lebensumfeld neu vor Augen getreten. Berlin. Brandenburg. Schlesische Oberlausitz. Vieles so anders und ständig im Fluss. In der Summe strengt das an, kostet Energie, verunsichert auch tief. Ich höre und sehe viel  Erschöpfung.  Ich spüre sie.  Die  Erschöpfung und die Sehnsucht nach Bleibe, nach Bleiben. Eine Sehnsucht, die jetzt zu Weihnachten besonders stark wird. Und die sich jetzt mit all den Fragen der kommenden Tage verbindet: Wie werden wir feiern? Wer wird da sein? Was bleibt? Es tut gut, sich mit diesem Fest zu erinnern: Gott bleibt. Weihnachten ist das Fest seiner Treue. Er kommt in diese Schöpfung, die uns oft so zerbrechlich und fragil begegnet. Er sucht unsere Gesellschaft, die uns oft so zerrissen und zerstritten vorkommt. Gott kommt und nimmt. Bleibe unter uns. Zerbrechlich. Und darin stark.

Hier finden Sie den vollständigen Text als pdf Dokument